KIRCHNER JOHANNA
24.04.
1889 - 9.06 1945
Letzter Brief, in dem es heisst:
«Es muss geschieden sein. Meine ganze
Liebe und mein Segen werden aber immerdar bei Euch sein. Ich gehe tapfer
und unverzagt meinen letzten Gang. Und meine letzte grosse Herzensbitte an
Euch ist: seid auch tapfer und unverzagt. Lasst Euch vom Leid nicht
niederdrücken, denkt an das grosse Goethe-Wort «Stirb und Werde» . . .
Bleibt immer in treuer Liebe und
Kameradschaft verbunden. Diese Gewissheit Eurer treuen kameradschaftlichen
Gemeinschaft ist eine grosse Beruhigung für mich. Habt auch tausend Dank
für alles, was ihr für mich getan habt, ich weiss, die Verhältnisse waren
stärker als Eure Liebe. Bitte, bitte, klagt nicht und weint nicht... Eure
Liebe und Eure Tapferkeit sind mein Trost und Beruhigung in meiner letzten
Stunde ...
Möge Euch ein baldiger Frieden wieder
glücklich vereinen ... Werdet glücklich und seid tapfer, es kommt eine
bessere Zukunft für Euch ..
Pfarrer Buchholz, der sie noch kurz vor
ihrem Tode sah, schrieb, sie habe ihr schweres Schicksal mit seltener
Fassung und Ruhe hingenommen und bis zuletzt eine innere und äussere
Haltung bewahrt, die beispielhaft war und eine vorbildliche seelische
Grösse und die ganze Reife ihrer starken fraulichen Persönlichkeit
zeigte..