FRITZ SOLMITZ
1893 - 1933
«Wir aber wollen ein Vaterland
schaffen, das jedem von uns Heimat und wirkliches Heim ist. Wir wollen ein
Deutschland, das wir lieben können, frei und ohne Scham, nicht
nur als Heimat, nicht nur als Volk, sondern auch als das, was beides
vereint, als Staat, als Reich. Lieben aber können wir nur einen Staat, der
seine Grösse nicht auf Blut und Eisen, auf Reichtum und schimmernde Wehr
stützt. Lieben können wir nur einen Staat, der auf Arbeit und
Gerechtigkeit gegründet ist, einen Staat, den wir als frei schaffende
Männer und Frauen gestalten können nach dem Bilde, das wir in uns tragen.»
Am 19. Februar 1933, drei Wochen nach
Hitlers Machtübernahme, erlebte Lübeck einen Massenaufmarsch der
Arbeiterschaft und der Republikaner, wie man ihn seit 1918 nicht gesehen
hatte. Auf der sich anschliessenden Kundgebung sprach Fritz Solmitz. Er
fragte: «Seid ihr ein zusammengelaufener Haufen, der auseinanderströmt,
wenn der erste Schuss fällt? Das Gegenteil ist wahr, davon bin ich
überzeugt. Alle Drohungen und Terrorakte schliessen uns immer fester und
einiger zusammen.»
*****
«Ich fühle allzusehr, wie roh und ärmlich das
ist, was ich hier geben konnte. Aber ich habe immer geglaubt, dass es in
diesen verworrenen Tagen das Beste ist, sein Leben als Dienst Gottes zu
gestalten und sonst zu schweigen.
Denn ich bin nicht berufen, das zu verkünden, was sich in vielen Geistern
vorbereitet. Ich spreche heute nur zu Euch und spreche leise: Gott schenke
Euch die wahre Frommheit, die die Herzen fröhlich macht .